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18. Die Nymphenburger Parkanlagen

von 08/2007 bis 02/2008

Es sind die besonderen Erlebnisse, die zu ungewöhnlichen Taten motivieren können, die sonst wohl kaum zur Ausführung kommen würden.
Mein besonderes Erlebnis war die Nymphenburger Parkanlage. Doch das trifft den Kern nicht direkt. -Sicherlich, die Anlage ist ein Gesamtkunstwerk mit vielen zum Teil verborgenen Überraschungen, ersonnen von den Künstlern der damaligen Zeitepochen. Ständig neue Ideen flossen hier ein und ergaben ein architetktonisches wie landschaftliches Resultat von Weltrang.- Der Nymphenburger Park diente für mein besonderes Erlebnis eigentlich mehr als Kulisse, dem willkommenen Rahmen sich zu öffnen, zuzuhören und nachdenklich wie auch begeistert der Frau an meiner Seite das ganze irdische Paradies zu zeigen und sich gleichzeitig auch zu verlieben. Dabei erkundeten wir jeden Winkel des Parks, den ich meinte schon längst bei meiner damaligen Joggingleidenschaft durchlaufen zu haben.
Der Park und unsere ausgiebigen Spaziergänge wurden unser gemeinsames Kennenlernerlebnis der besonderen Art. In Erinnerung daran, entschloß ich mich, meine berufliche Leidenschaft auch hier auszutoben: Ich verfasste Pläne der bestandssichernden Ausführung, die jedes sich nur bietende Detail genau erfaßten und im Stil der Kupferstichtechnik als Tuschezeichnung im Maßstab 1:500 festhielten. Es entstanden 2 großformatige Planzeichnungen des landschaftlich großartigen halbkreisförmigen Zufahrtsparks vor der eigentlichen Schloßanlage, die ich farbig kolorierte und zum Beispiel gewissenhaft jeden vorkommenden Baum in seiner Höhe, Kronenbreite, Stammdurchmesser und Gattung in angehangenen Listen der Legende hinzufügte. Ob Heckenanlage oder Laterne, kaum etwas wurde übersehen. Selbst die Schattenwirkung der Baumkronen ist in den Plänen deutlich schraffiert zu erkennen. Der Informationsgehalt der Zeichnungen ist enorm und präsentiert das alles in dekorativ-aufwendiger Form, wie hier nebenstehend zu sehen ist, teilweise in Ausschnittsform zur Verdeutlichung des zeichnerischen Aufwandes.
Dieses Vorgehen war dadurch erschwert, dass es kaum Pläne im Archiv der Schlösserverwaltung gab, die für diese Arbeit eine dienliche Unterlage hätten darstellen können. So führten mich meine Wege immer wieder in den Park, um Raumbezüge herzustellen, um nachzumessen, um zu korrigieren und erneut der Wirklichkeit nahezu perfekt anzupassen.
Derartiges Engagement hat Seltenheitswert und wird auch so bestaunt. Die Geschichte dahinter, die „Initialzündung“ bleibt dem Betrachter der Pläne verborgen und ist doch oft so menschlich.

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